Grundgedanken

Allein der Glaube.“ Ein Gedanke, der seit einem halben Jahrtausend die Welt bewegt. Oder auch nicht. Martin Luther und die Reformbewegten seiner Zeit suchen jedenfalls Gott und entdecken ihn befreiend neu. Sie sind so frei, Glaube und Kirche, Gott und die Welt in Frage zu stellen. Heute gilt das als selbstverständlich, zumindest hierzulande. Die Freiheit des Glaubens und Gewissens ist ein Erbe der Reformation. Weltweit kämpfen die einen um jene Freiheiten, andere machen sich frei von jedweder Religion. Viele bleiben dennoch auf der Suche und meinen „allein, mir fehlt der Glaube“.

Es ist Reformationszeit. Kirchenweit. Weltweit. Unruhen, Umbrüche, Wertewandel. Wohin soll es gehen mit Gottes Welt? Christlicher Analphabetismus und islamischer Fundamentalismus, offene Arme für Flüchtlinge, Mauern an den Grenzen und in Köpfen, digitale Dauervernetzung, die Völker verbindet und manche Menschen vereinsamen lässt, Überarbeitete im Burnout, Unterforderte, die darauf brennen, gebraucht zu werden. Gnadenlose Marktweltwirtschaft... „Allein aus Gnade“?

Was bedeutet in diesen Zeiten „reformare“, verwandeln, sich neu formen, neu finden? Wie glauben und was hoffen in dieser Welt? Wie sich als Kirche, als Teil der weltweiten Ökumene, radikal rückbinden an das Evangelium, an die Liebe zu Gott, dem Nächsten, zu mir selbst?

Die Evangelische Kirche in Deutschland und der Deutsche Evangelische Kirchentag setzen 2017 auf die „7“. Sieben „Tore der Freiheit“ stellen zur Wittenberger „Weltausstellung“ im Jubiläumsjahr sieben Themen in den Mittelpunkt: Eine Welt, Frieden, Schöpfung, Jugend, Spiritualität, Ökumene und Religion, Kultur. Und sieben Herausforderungen stehen in der Mitte: Gott neu – denken – erfahren – entdecken – erzählen – bitten - feiern – vertrauen.

Serie: Montagsluther

Nicht der ist gerecht, der viel wirkt, sondern der ohne Werke viel an Christus glaubt. Martin Luther (WA 1,364,2f)

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